Pressemitteilung von Beate Ullrich-Graf
Welche Schadstoffe wirken auf unsere jüngsten Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren ein, wenn die Rechenzentren FRA 4 unter Volllast ihre Notstromaggregate testen? Diese Frage stellt Die Linke mit Blick auf die geplante Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe des Rechenzentrums.
Nach aktuellem Stand sollen dort rund 40 Schiffsdieselmotoren bis zu 70 Megawatt Strom erzeugen, um die Funktion der Rechenzentren bei einem Stromausfall sicherzustellen. Zur Einordnung: Mit 70 Megawatt Strom könnten rund 150.000 Haushalte versorgt werden. Hattersheim hat dagegen etwa 15.000 Haushalte.
Aus Sicht der Linken bedeutet das: riesige Mengen an Luftschadstoffen auf kleinstem Raum, direkt neben einer Kindertagesstätte im Bau und einem Wohngebiet.
„Nur über Messungen der Immissionen durch ein akkreditiertes Institut vor der Inbetriebnahme der Kita kann in Erfahrung gebracht werden, welche Schadstoffe in welcher Menge auf das Umfeld und die Kinderlungen einwirken“, meint Hans-Jürgen Rojahn.
Dabei geht es nicht nur um die Atemluft. Auch mögliche Ablagerungen auf dem großen Außenspielbereich über dem Aldi-Markt müssen aus Sicht der Linken berücksichtigt werden. Sandkästen, Spielgeräte und Tobeflächen sind Orte, an denen sich kleine Kinder unbeschwert bewegen sollen. Genau deshalb müsse im Vorfeld geklärt werden, ob und in welchem Umfang Schadstoffe dort ankommen.
„Bei Feststellung bedenklicher Ergebnisse der Messungen müssen geeignete Maßnahmen zum Schutz der Kinder und des Personals im Innen- und Außenbereich veranlasst werden“, fordert Beate Ullrich-Graf.
Die Linke bringt deshalb einen entsprechenden Antrag in die Stadtverordnetenversammlung am 18. Juni ein. Ziel ist es, mögliche Gesundheitsgefährdungen frühzeitig zu erkennen und auszuschließen, bevor die Kita in Betrieb genommen wird.