Hitzewelle in Hattersheim: Kälteinseln und Hitzeaktionsplan

„Alle reden von Hitze, auch die Linke Hattersheim“ – Fraktion Die Linke Hattersheim, 07.07.2026

40 Grad ohne Abkühlung: Hattersheim ist nicht vorbereitet

Hitzewellen über viele Tage hinweg, Trockenheit, Dürre, Starkregen: das Wetter wird extremer, und darauf müssen wir uns vorbereiten.

Nicht alle Menschen in Hattersheim haben die gleichen Möglichkeiten, sich auf die zukünftigen Hitzewellen vorzubereiten. So saßen auch im Juni viele Menschen in ihren Häusern und Wohnungen und versuchten sich, so gut es ging, vor der Hitze zu schützen. Doch nicht alle Menschen hatten eine Möglichkeit, sich abzukühlen bei 40°C Außentemperatur.

Besonders Kleinkinder und ältere Menschen, aber auch alle anderen, finden kaum Schlaf in tropischen Nächten, die keine Abkühlung mehr bringen. Darunter leiden Konzentration in der Schule, im Beruf, sowie die Produktivität.

Auf der Homepage der Stadt findet sich nichts zum Thema Hitzeschutz. Hinweise, was zu tun ist, was möglich ist, wenn es zu heiß wird, um Abkühlung zu finden.

Fakt ist: Die Stadt Hattersheim ist auf diese Art von Katastrophe nicht vorbereitet. Die Regierungskoalition von CDU und FDP, angeführt von Bürgermeister Schindling, hat die Jahre, in der sie Regierungsverantwortung haben, schlichtweg verschlafen. Sehr zum Leidwesen der Hattersheimer Bürger*innen. Andere Kommunen sind in Sachen Hitzeaktionspläne inzwischen weit enteilt. Es besteht daher die Befürchtung, dass sich an der „Hattersheimer Hitze“ auch nichts zum Besseren ändern wird. Ganz im Gegenteil: Die von Bürgermeister Schindling hofierten Rechenzentren blasen gerade im Sommer noch mehr heiße Luft in die Hattersheimer Luft und tragen so zu einem weiteren Anstieg der heißen Temperaturen bei.

Stadthalle als Kälteinsel: Der Vorschlag der Linken

Darum schlägt die Fraktion Die Linke kurzfristig vor, dass die Stadt an den heißesten Tagen bedürftigen Menschen den Besuch kühler bzw. klimatisierter Rückzugsräume, so genannte Kälteinseln, ermöglichen soll.

„Naheliegend ist unsere Stadthalle. Kürzlich wurde eine Klimaanlage eingebaut. Sie sollte den Menschen geöffnet werden, die es in ihren vier Wänden nicht mehr aushalten können. Es gibt sicher noch weitere kühle Räume auch in den Stadtteilen. Gemeinnützige Organisationen, Kirchen u.a. haben Versammlungsräume, die mit Ventilatoren oder mobilen Klimageräten auf erträgliche Temperaturen gebracht werden können“, schlägt Beate Ullrich-Graf vor.

Hans-Jürgen Rojahn ergänzt: „Wir regen an, dass kurzfristig, koordiniert von der Stadtverwaltung, eine Liste kühler Räume erstellt wird, mit Öffnungszeiten und Aufenthaltsangebot. Und dafür brauchen wir auch als Anlaufstelle ein Hitzetelefon und das Angebot eines Fahrdienstes für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.“

Millionen vom Land: Was mit dem Geld passieren soll

Über diesen Sommer könnte man sich dann retten, doch für die Hitzewellen der nächsten Jahre muss sich die Stadt vorbereiten. Einige Maßnahmen finden sich zwar im Integrierten Klimaschutzkonzept, aber sie reichen bei weitem nicht aus, um den neuen Realitäten zu genügen.

Hitzeaktionspläne sind zwar keine Pflichtaufgabe der Kommunen, aber dringend notwendig. Mörfelden-Walldorf beispielsweise hat einen Plan, der kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen aufführt und schreibt diesen fort.

Hattersheim braucht einen Hitzeaktionsplan und auch Investitionen in Hitzeprävention. Wir, Die Linke, werden dies beantragen.

Nach dem Inkrafttreten des Hessischen Infrastrukturförderungsgesetzes erhält die Stadt Hattersheim in der ersten Tranche einen Betrag in Höhe von 8.923.017 €. Davon muss ein angemessener Betrag für den Hitzeschutz eingeplant werden. Und damit allen Menschen in Hattersheim zugutekommen.

Fraktion Die Linke Hattersheim

Beate Ullrich-Graf (Fraktionsvorsitzende)

Siehe dazu auch:

Hitzeportal des Kreises Groß-Gerau

Neuer Hitzeaktionsplan Mörfelden-Walldorf