Die Grundsteuer in Hofheim am Taunus hat sich 2026 mehr als verdoppelt. Viele Hausbesitzer*innen haben das schon mit dem Grundsteuerbescheid im Frühjahr gemerkt. Für die meisten Mieter*innen kommt die Rechnung erst noch: mit der nächsten Nebenkostenabrechnung. Und nach den Plänen der Stadt soll die Grundsteuer 2027 noch einmal kräftig steigen.
Hier erfährst du, wie hoch die Grundsteuer in Hofheim jetzt ist, wann sie wieder steigen soll und was das für dich bedeutet. Mit unserem Rechner kannst du ausrechnen, was auf dich zukommt.
Wann steigt die Grundsteuer in Hofheim wieder?
Nach den Plänen der Stadt schon 2027. Im Haushaltssicherungskonzept 2026 bis 2029 sind diese Hebesätze für die Grundsteuer B vorgesehen:
Wichtig: Das sind Planwerte. Damit sie gelten, muss das Stadtparlament jedes Mal eine neue Hebesatzsatzung beschließen. Ob es 2027 wirklich 2.250 Prozent werden, entscheidet sich also erst noch, voraussichtlich mit dem Haushalt 2027. Genau deshalb lohnt es sich, jetzt Druck zu machen.
Grundsteuer-Rechner für Hofheim
Wähle aus, ob du Eigentümer*in bist oder zur Miete wohnst, und gib einen Betrag ein. Der Rechner zeigt dir, wie sich deine Grundsteuer mit den Hebesätzen der Stadt entwickelt.
Den Betrag findest du in deiner letzten Nebenkostenabrechnung in der Zeile „Grundsteuer“.
Was Mieter*innen wissen müssen: die Nachzahlung kommt noch
Auch wer zur Miete wohnt, zahlt die Grundsteuer, und zwar über die Nebenkosten. In den meisten Mietverträgen ist sie als Betriebskosten auf die Mieter*innen umgelegt (§ 2 Betriebskostenverordnung).
Das Problem: Die Erhöhung gilt seit Januar 2026, viele merken sie aber erst später. Über die Nebenkosten eines Jahres muss dein*e Vermieter*in spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums abrechnen (§ 556 Abs. 3 BGB). Wird nach Kalenderjahr abgerechnet, kommt die Abrechnung für 2026 also im Lauf des Jahres 2027.
Wurden deine monatlichen Vorauszahlungen 2026 nicht erhöht, kann dann eine spürbare Nachzahlung fällig werden. Danach darf dein*e Vermieter*in die Vorauszahlungen angemessen anpassen (§ 560 Abs. 4 BGB). Dann steigen auch deine monatlichen Kosten.
Unser Tipp: Rechne mit dem Rechner oben aus, was auf dich zukommt, und leg wenn möglich etwas zur Seite. Prüf die Abrechnung genau, wenn sie kommt. Bei Fragen helfen Mietervereine weiter.
So berechnet sich die Grundsteuer
Die Grundsteuer entsteht in zwei Schritten. Zuerst setzt das Finanzamt für jedes Grundstück einen Grundsteuermessbetrag fest. Den hast du als Eigentümer*in mit dem Grundsteuermessbescheid bekommen. Dann multipliziert die Stadt diesen Messbetrag mit ihrem Hebesatz (Finanzverwaltung Hessen).
Ein Beispiel: Bei einem Messbetrag von 50 Euro waren es 2025 rund 329 Euro Grundsteuer im Jahr (50 × 658,23 %). 2026 sind es 772,50 Euro (50 × 1.545 %). Mit dem geplanten Hebesatz für 2029 wären es 1.225 Euro.
Der Messbetrag ändert sich nicht, nur weil die Stadt den Hebesatz erhöht. Deshalb steigt die Grundsteuer für alle in Hofheim im gleichen Verhältnis.
Warum steigt die Grundsteuer so stark?
Weil Hofheim tief in einer Finanzkrise steckt. Von 2023 bis 2025 hat die Stadt zusammen rund 28 Millionen Euro Minus gemacht, die Rücklagen sind aufgebraucht, und die Stadtkasse lag im Sommer 2026 rund 35 Millionen Euro im Minus. Wer keinen ausgeglichenen Haushalt hat, muss ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen und zeigen, wie er wieder ins Plus kommt. In Hofheim setzt dieses Konzept vor allem auf die Grundsteuer.
Wie es zu dieser Krise kam, haben wir ausführlich aufgeschrieben: Christian Vogt und Hofheims Finanzkrise: die ganze Chronik.
Was Die Linke dazu sagt
Wir lehnen die Grundsteuererhöhung ab. Die Grundsteuer trifft alle gleich, egal wie viel jemand verdient. Wer wenig Geld hat, spürt jeden zusätzlichen Euro bei den Nebenkosten besonders. Deshalb halten wir eine so starke Erhöhung für sozial ungerecht.
Die Finanzkrise ist nicht durch die Menschen in Hofheim entstanden. Sie sollen sie aber jetzt über die Grundsteuer bezahlen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt andere Einnahmen erschließt, statt immer weiter an der Grundsteuer zu drehen. Vorgeschlagen haben wir zum Beispiel, Teile des Stadtwalds als Naturwald unter Schutz zu stellen und dafür Geld aus dem Programm Klimawildnis zu bekommen, und die Steuer auf Spielautomaten zu verdoppeln.
Häufige Fragen zur Grundsteuer in Hofheim
Wie hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in Hofheim 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 1.545 Prozent. 2025 waren es 658,23 Prozent.
Steigt die Grundsteuer in Hofheim 2027 wieder?
Geplant ist das. Das Haushaltssicherungskonzept sieht für 2027 einen Hebesatz von 2.250 Prozent vor. Beschlossen ist das noch nicht. Dafür braucht es eine neue Hebesatzsatzung des Stadtparlaments.
Muss ich als Mieter*in die höhere Grundsteuer zahlen?
In den meisten Fällen ja, über die Nebenkosten. Ob die Grundsteuer umgelegt wird, steht in deinem Mietvertrag. Die Erhöhung für 2026 taucht meist erst in der Nebenkostenabrechnung im Jahr 2027 auf.
Wo finde ich meinen Grundsteuermessbetrag?
Im Grundsteuermessbescheid des Finanzamts. Er steht meist auch auf dem Grundsteuerbescheid der Stadt Hofheim.
Du willst wissen, was in Hofheim politisch los ist? Hier findest du alle Infos zur Kommunalpolitik in deiner Stadt und im Main-Taunus-Kreis.