Musikschule Hofheim: Eltern zahlen 71 Prozent der Kosten

Redebeiträge der Fraktion Die Linke Hofheim zur StVV, 17.08.2026

An der Musikschule Hofheim tragen Eltern nach dem aktuellen Finanzkonzept bereits rund 71 Prozent der Finanzierung über ihre Unterrichtsgebühren. Am selben Sitzungstag stand mit der Stadtbücherei ein zweites Kultur- und Bildungsangebot zur Debatte, bei dem die Gebühren steigen sollen.

Lehrkräfte verdienen 30 Prozent unter Tarif

Trotz der Festanstellung infolge des sogenannten Herrenberg-Urteils werden die Lehrkräfte der Musikschule noch immer rund 30 Prozent unter dem Tarifniveau des öffentlichen Dienstes bezahlt. „Talent fragt nicht nach dem Einkommen der Eltern. Interesse fragt nicht nach dem Einkommen der Eltern. Und Begeisterung erst recht nicht“, heißt es dazu im Redebeitrag der Fraktion Die Linke Hofheim. Steigen die Gebühren weiter, drohe aus der öffentlichen Musikschule eine Einrichtung für die zu werden, die es sich leisten können – während die Lehrkräfte weiterhin unter Tarif bezahlt werden.

Auch die Stadtbücherei soll teurer werden

Vorgesehen ist eine Erhöhung des Jahresbeitrags für Erwachsene von 25 auf 30 Euro, bei geschätzten Mehreinnahmen von rund 26.452 Euro für die Stadt. Für sich genommen wirkt das gering. Aber Bücherei-Beitrag, Kita-Gebühr und Grundsteuer werden nicht einzeln gezahlt, sondern zusammen. „Das Leben wird nicht durch eine einzige Gebührenerhöhung teuer. Es wird durch die Summe all dieser Erhöhungen teuer“, so der Redebeitrag der Fraktion Die Linke Hofheim zur Stadtbücherei.

Die Linke fordert: keine weiteren Erhöhungen, soziale statt pauschale Ermäßigung

Die Linke Hofheim fordert bei der Musikschule, die Elternbeiträge nicht weiter zu erhöhen und stattdessen Stadt und Landkreis stärker an der Finanzierung zu beteiligen, damit die faire Bezahlung der Lehrkräfte nicht auf dem Rücken der Eltern landet. Bei der Stadtbücherei lehnt die Fraktion die geplante Erhöhung ab und schlägt vor, Ermäßigungen künftig sozial statt pauschal nach Alter zu vergeben – etwa über den bereits bestehenden Hofheim-Pass, der gezielt Menschen mit geringem Einkommen erreicht, aber dafür bekannter und offensiver beworben werden müsste. Beide Vorlagen entscheidet die Stadtverordnetenversammlung in den kommenden Sitzungen.

Quellen: Finanzkonzept Musikschule Hofheim, Gebührenordnung Stadtbücherei Hofheim, Redebeiträge der Fraktion Die Linke Hofheim zur StVV am 17.08.2026.