Baumfällungen am Maindeich in Eddersheim: Die Linke hinterfragt die Zahlen

„Falsch gezählt?“ – Fraktion Die Linke Hattersheim, 17.08.2026

Neun Bäume oder mehr? Die Sorge der Anwohnenden

Bürgermeister Klaus Schindling hat eine beruhigende Nachricht. Für den Hochwasserschutz in Eddersheim werden „nur“ neun Bäume gefällt. Das ist eine überschaubare Zahl, und die Anwohner können sich beruhigt zurücklehnen. Oder vielleicht doch nicht.

Anwohnende der Mönchhof- und Ankerstraße befürchten den Verlust von vielen alten Bäumen entlang ihrer Straßen am Mainufer. Und nicht etwa durch Fällungen zu Beginn der Bauarbeiten, sondern den langsamen Tod der Bäume durch die Zerstörung des Wurzelbereichs. Die geplanten acht Meter tiefen Spundwandprofile, die in den Boden eingebracht werden, trennen die Wurzeln vom Baum.

Die Frage ist also, wer hat richtig gezählt. Welche Bäume müssen zu Beginn der Bauarbeiten gefällt werden, und wie viele werden durch die Maßnahmen gefährdet?

Was der Planfeststellungsbeschluss wirklich sagt

„Wir haben uns mit dem Planfeststellungsbeschluss näher befasst“, erklärt Beate Ullrich-Graf, „und müssen feststellen, dass die Angst um den Verlust von hohen alten Bäumen begründet ist“. Im verfügenden Teil des Papiers heißt es beispielsweise auf Seite 37: „Im Bereich der Parkanlage in der Ortslage Eddersheim in Höhe der Anker- und Mönchhofstraße dürfen Bäume, die ausfällig oder abgängig sind, nicht im Fallbereich zur Hochwasserschutzwand nachgepflanzt werden. Hierfür ist die jeweilige maximale Höhe der Baumart zu berücksichtigen. Die Nachpflanzung von Bäumen außerhalb des Fallbereichs ist vor Durchführung mit der Planfeststellungsbehörde abzustimmen.“

Falls nach Einbringen der Spundwand Bäume nicht überleben, dann dürfen sie nicht durch junge gleichartige ersetzt werden. Höchstens vielleicht durch niedrig wachsende Büsche und Sträucher.

„Der Verlust von einigen Bäumen wird als verhältnismäßig erachtet“, heißt es auf Seite 116 zur Einwendung eines Anwohners, der die Schädigung des Baumbestandes durch die Tiefenrammung der Spundwände befürchtet. „Was wird zum Schutz der Bäume unternommen, die in der Nähe der zu erstellenden Spundwand stehen? Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, dass Bedenken ernst genommen werden, und erwartet ehrliche Antworten, kein Kleinreden der Probleme“, meint Ullrich-Graf. Viele weitere Fragen stellt die Linke in ihrer Anfrage zum Planfeststellungsbeschluss.

Beate Ullrich-Graf, Fraktionsvorsitzende