Schein und Wirklichkeit: TÜV-Award Hattersheim vs. unsicherer Schulweg

„Schein und Wirklichkeit“ – Fraktion Die Linke Hattersheim, 04.07.2026

Ausgezeichnet für Sicherheit, doch beim Schulweg Fehlanzeige

Gewinnerstadt des TÜV Award „New Mobility City“ 2026 in der Kategorie „Regionalräume“, Kommunen in Stadtregionen und in ländlichen Regionen. „Die Jury: ‚Hattersheim zeigt, wie lebenswert eine Stadt wird, wenn Sicherheit und Rücksicht den Verkehr prägen.‘ Hattersheim verfolgt einen gesamtheitlichen Ansatz, bei dem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Durch institutionalisierte Bürgerdialoge und eine enge Einbindung der Bevölkerung werden unterschiedliche Interessen frühzeitig berücksichtigt und Maßnahmen mit hoher Akzeptanz umgesetzt.“ Wo ist dieses Hattersheim?

Sicherheit und Rücksicht sucht man vergebens in der Beantwortung der Anfrage der Fraktion Die Linke vom 12. Juni 2026, unterzeichnet von Bürgermeister Klaus Schindling.

Gefragt wurde zur Baustellenumleitung auf dem Schulweg zur Regenbogenschule, als der Eiserne Steg wegen Sanierung gesperrt wurde. Die Querung der Bahnlinie für die Schulkinder der Regenbogenschule von südlich der Bahnlinie. Die Linke wollte wissen, ob und wann die Schulleitung über Sperrung und Umleitung in Kenntnis gesetzt worden ist.

Antwort: „Die Schulleitung wurde … auf der Webseite der Stadt über die Sperrung und Umleitung informiert. Die Umleitung ist allgemein und nicht speziell für Schulwege ausgewiesen.“

Das heißt im Klartext: Die Schulleitung wurde überhaupt nicht informiert. Die Stadt, bzw. das Ordnungsamt, hätte rechtzeitig den Kontakt zur Schulleitung aufnehmen müssen, um Fragen zur Sperrung und den neuen Verlauf des Schulwegs zu klären. Dann hätte die Schulleitung die Eltern informieren können.

„Eine Schulleitung hat anderes zu tun, als täglich die Stadthomepage zu befragen, ob und wann der Schulweg blockiert ist. Das muss proaktiv das Ordnungsamt mit Termin und Dauer rechtzeitig anzeigen. Zumindest erwartet das die Linke“, kritisiert Beate Ullrich-Graf.

Was der Bürgermeister sagt und was tatsächlich passiert ist

Zu Gefahrenlagen gibt es auch unterschiedliche Meinungen. Der Bürgermeister erklärt in der Antwort, dass „keine besonderen Gefahrenlagen erkennbar“ seien „und auch nicht an uns herangetreten wurden“.

Was versteht der Bürgermeister unter „herangetreten“? Am 22. April hatte die Linke bereits ihre Anfrage mit einer Fotodokumentation der Schulwegsituation an das Büro der Organe der Stadt geschickt. Anschließend folgten Berichte in der Presse. Keine Kenntnisnahme im Rathaus? Annahme verweigert! Wie sonst ist, nach Ansicht des Bürgermeisters, auf einen Missstand, eine Gefahrenlage hinzuweisen?

Und im wahrsten Sinne des Wortes „herangetreten“ an den Bürgermeister ist der Vater einer Schülerin der Regenbogenschule. Er hat uns informiert, dass er Schindling und seinem Referenten in der Sprechstunde am 6. Mai im Rathaus die Probleme dargestellt und eine bessere Sicherung der Schulweg-Umleitung gefordert habe.

Dieses Gespräch wurde im Übrigen protokolliert. Protokoll verblieb in Händen des Bürgermeisters. „Nicht an uns herangetreten“: Wir halten diese Aussage für eine Lüge.

Auf alle Fragen und Antworten kann hier nicht eingegangen werden, aber unter hattersheim.gremien.info sind Fragen und „Nichtantworten“ wie auch die Fotodokumentation der Umleitung einsehbar.

Noch ein Letztes zur Einschätzung des TÜV Award „New Mobility City 2026″ für Hattersheim: Er muss dringend zum TÜV!

Fraktion Die Linke Hattersheim

Beate Ullrich-Graf (Fraktionsvorsitzende)