Sommertour der Linken Kreisfraktion

Vier Tage voller spannender Eindrücke

Vom 3. bis 6. August 2026 besuchte die Kreistagsfraktion Die Linke / Die PARTEI im Rahmen ihrer Sommertour Kreiseinrichtungen und Träger. Im Mittelpunkt standen dieses Mal die Volkshochschule, Frauen helfen Frauen, die Wohnungsloseneinrichtung St. Martin am Autoberg und die offene Jugendarbeit des Trägers Jugendhilfe und Jugendberatung (JJ).

Zum Auftakt besichtigte die Kreistagsfraktion die neuen Räumlichkeiten der Volkshochschule. Auch aus Sicht der anwesenden Linken stellt das neue Gebäude eine deutliche Verbesserung zur vorherigen Situation dar und fand viel Lob. So schöne Räume wollen auch gefüllt werden, wofür die Mitarbeitenden der vhs Main-Taunus-Kreis viel unternehmen. Seitdem das Bundesinnenministerium die Finanzierung von Integrationskursen sehr kurzfristig für freiwillige Teilnahmen gesperrt hat, ist ein wesentliches Tätigkeitsfeld der vhs jedoch bedroht, so dass diese unverschuldet deutliche finanzielle Einbußen zu erwarten hat. Aus Sicht der Kreistagsmitglieder ist klar: Wer an Integration und Spracherwerb spart, spart immer an der falschen Stelle.

Mit dem Besuch bei Frauen helfen Frauen Main-Taunus-Kreis e.V. setzte die Fraktion eine langjährige enge Kooperation fort. Gerade nach dem schrecklichen Femizid in Kelkheim vor wenigen Wochen war für die Teilnehmenden klar, dass Prävention und Schutz Hand in Hand gehen müssen und bestehende Angebote nicht nur gesichert, sondern ausgebaut werden müssen. Vor diesem Hintergrund war es eine erfreuliche Mitteilung, dass es konkrete Maßnahmen zur Erweiterung der Frauenhauskapazitäten gibt, inklusive einem Angebot für das Übergangswohnen nach dem eigentlichen Frauenhausaufenthalt. Die Kreistagsfraktion sicherte hier ihre Unterstützung bei der notwendigen Finanzierung im Kreis zu. Ebenfalls wurde als Auftrag das Thema Wohnen nach dem Frauenhaus mitgenommen. Oft sind Plätze im Frauenhaus blockiert, weil auszugsbereite Frauen und ihre Kinder keinen Anschlusswohnraum finden. Hier will Die Linke über ihre Stadtfraktionen für Kooperationen mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften wirken.

Die dritte Station führte nach Hattersheim zur Wohnungsloseneinrichtung St. Martin am Autoberg. Hier ist kürzlich Laura Henke in die Fußstapfen des langjährigen Leiters Klaus Störch getreten und so war es eine spannende Gelegenheit sich zu bleibenden Angeboten und neuen Akzenten auszutauschen. Das bei vielen Hattersheimerinnen und Hattersheimern liebgewonnene Konzept von Kunst und Kultur am Autoberg wird erfreulicherweise bleiben, noch intensiver möchte sich Laura Henke aber um die Einbindung der wohnungslosen Menschen bemühen. Zudem suche die Caritas ein Haus oder eine Fläche für eine Einrichtung für ein Übergangswohnheim im Betreuten Wohnen. Das ist – wenig überraschend – gerade im Main-Taunus-Kreis eine ernsthafte Herausforderung. Der Hattersheimer Linke-Stadtverordnete Hans-Jürgen Rojahn steuerte die ein oder andere Idee für ein mögliches Grundstück bei.

Als letzte Station der Sommertour setzte die Kreistagsfraktion den Austausch des Vorjahres mit Lydia Rauh, Leiterin des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe im Main-Taunus-Kreis, fort. War es im vergangenen Jahr im Schwerpunkt um den Bereich der Suchthilfe bei JJ e.V. gegangen, würde dieses Mal insbesondere auf das Tätigkeitsfeld der offenen Jugendarbeit geschaut. Neben der Vorstellung verschiedener Konzepte vom Jugendtreff bis zur mobilen Beratung ging es angesichts der Finanzlage vieler Kommunen auch um Fragen der Finanzierung. Rauh berichtete, dass trotz aller Sparzwänge erfreulicherweise bisher alle Kommunen im Main-Taunus-Kreis an der wichtigen Jugendarbeit festhalten und keine Kürzungen vorgesehen sind. Ob dies gehalten werden könne, sei aber für die Zukunft leider fraglich, weil die offene Jugendarbeit zu den so genannten freiwilligen Leistungen gehört. Die teilnehmenden Fraktionsmitglieder sicherten zu, sich gegen jegliche Kürzungen im Bereich der Jugendhilfe engagieren zu wollen. Zugleich wurden offene Baustellen benannt. Gerade in der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen gibt es auch im Main-Taunus-Kreis eine deutliche Unterversorgung. Die Kreistagsfraktion Die Linke / Die PARTEI versprach auch dieses Thema für ihre Arbeit mitzunehmen.

Die teilnehmenden Kreistagsmitglieder und Stadtverordneten konnten am Ende ein gewohnt positives Fazit ziehen. Viele spannende Eindrücke und Anregungen für die politische Arbeit wurden gesammelt. Sie danken herzlich den jeweiligen Gesprächspartnerinnen und -partnern für die so wichtige geleistete Arbeit.

In den Geschäftsräumen von Frauen helfen Frauen Main-Taunus stehen vkier Frauen und zwei Männer für ein Gruppenbild vor zwei schönen Kunstwerken.
Bei Frauen helfen Frauen: Kathleen Sommer, Alina Bohm, Thomas Völker, David Kurzke, Andrea Bartels-Pipo, Petra Gokkenbach (v.l.n.r.)
In den Geschäftsräumen von JJ stehen drei Frauen und drei Männer für ein Gruppenbild vor einem großen Bücherschrank.
Bei JJ: Alina Bohm, Thomas Völker, Anita Vogt, David Kurzke, Hans-Jürgen Rojahn und Lydia Rauh (v.l.n.r.)