Einmütiges Fazit: Erhalt und Bau von Sozialwohnungen, Hawobau soll durch die Stadt
finanziell gefördert werden, statt Gewinne an die Stadt abzuführen.
Die Kandidierenden von Die Linke stellten sich den Fragen der Hattersheimer und erklärten die Schwerpunkte zur Kommunalwahl „Sozial – Gerecht – Vor Ort“.
Die Linke tritt das erste Mal in Hattersheim für die Stadtverordnetenversammlung an und verfolgt das Ziel gleich einzuziehen. Sie will dort ihre Sicht, Aspekte und Vorschläge einbringen um Lösungen für die anstehenden Probleme und Vorhaben zu finden.
Hans-Jürgen Rojahn eröffnete die Fragerunde. „In Hattersheim ist soziale Kälte eingezogen“, stellte er sehr früh fest. „Der Bürgermeister habe sich eine Machtfülle angemaßt die, von der Mehrheit aus CDU, FDP und FWG, in der Stadtverordnetenversammlung kritiklos unterstützt worden ist.“
Was muss sich ändern?
„In der Stadtverordnetenversammlung muss sich die Vielfalt der Menschen unserer Stadt abbilden. Die Achtung der Menschenwürde und das demokratische Aushandeln ist dafür oberstes Gebot“, betonte Beate Ullrich-Graf. Andreas Müller ergänzte: „Wir wollen Transparenz und offenlegen wie Entscheidungen zustande kommen!
Betroffene wollen wir hören und beteiligen, divergentes Denken zulassen und vielfältige Lösungsansätze entwickeln die allen Gesellschaftsschichten in Hattersheim gerecht werden.“ Zu den Themen des Wahlprogramms gab es Beispiele und Vorschläge. Das Programm kann auf der Homepage der Linken nachgelesen werden.
Gefordert werden von der Stadt geförderte Freizeitangebote für Jugendliche und öffentliche Angebote für den sozialen Austausch in allen Stadtteilen. Bereits bestehende Angebote, von privaten Trägern, sollen erfasst und vernetzt werden. Kein Stadtteil soll vernachlässigt werden.
Ein weiteres Thema war die Sicherung der ärztlichen Versorgung. Besonderes Augenmerk wurde auf den Ortsteil Eddersheim gelegt, wo kein Hausarzt mehr praktiziert.
Auch auf die Bedürfnisse der Kleinsten wurde eingegangen mit der Erkenntnis das die Betreuungskosten in Hattersheim für Kinder unter 3 Jahren für viele Familien nicht mehr leistbar sind. Diese belaufen sich auf 504 EUR im Monat für die Betreuung zwischen 7:30 und 17:00 Uhr, dazu kommen Kosten für Verpflegung und Pflegemittel in Höhe von 90 EUR.
Hattersheim hat zu viele Rechenzentren. „Die Folgen für das Mikroklima der Stadt, sowie die eingetragene Menge an Feinstaub sind bisher vollkommen unbekannt“, gab Andreas Müller zu
bedenken. Carlo Graf ergänzte: „Wir brauchen keine weiteren Rechenzentren, sondern eine vielfältige
Gewerbestruktur.“. Trotz Klage der Bürgerinitiative BiENe e.V. ist mit dem Bauvorhaben am
Hattersheimer Friedhof begonnen worden.
Die Quartiersentwicklung im Ortsteil Eddersheim wird von Der Linken kritisch betrachtet. Man will mit der Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung eigene Impulse einbringen um die Bedürfnisse der Anwohnenden stärker in den Fokus zu rücken. Auch die Auswirkungen der neuen Flugrouten, die die Lebensqualität in Eddersheim stark beeinträchtigen, sollen auf die Tagesordnung gesetzt werden. Im Kreistag hat die Gruppe der Linken einen Antrag eingebracht der auch auch rechtliche Mittel gegen die Pläne der FRAPORT AG einfordert. Dieser wurde auch verabschiedet.
Die Fahrradinfrastruktur muss, laut den Anwesenden, auf einen modernen Stand gebracht werden.
Auch bei der Sicherung der Schulwege besteht erheblicher Bedarf.
Das wichtigstes Thema der Gespräche war: Wohnen – Bezahlbarer Wohnraum und Sozialwohnungen.
„Die Mieten in Hattersheim steigen immer höher.“ stellte Hans-Jürgen Rojahn fest und ergänzte: „Es ist für mich nicht erklärbar, warum die Hattersheimer Wohnungsbau GmbH Gelder an die Stadt abführt, statt in den Bau von neuen Wohnungen zu investieren, die sich auch Familien noch leisten können.“ Hattersheim ist nicht als Kommune mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft. Wäre dies der Fall hätte das zur Folge, dass bei Neuvermietungen die Mieten gedeckelt sind und der Kündigungsschutz besser wäre. Auch der Leerstand in Hattersheim könnte so erfasst werden. „Der Kauf von Belegungsrechten für Sozialwohnungen ist ein weiteres Mittel wie der Druck auf den Mietmarkt in Hattersheim gemindert werden kann.“ teilte Beate Ullrich-Graf der Gruppe mit. „Frankfurt macht es vor.“
Viele Fragen und viele Vorschläge wurden an diesem Abend ausgetauscht. Die Linke ist sich sicher
das sie in der Stadtverordnetenversammlung etwas ausrichten kann. „Wir wissen, dass unser Mitwirken und unsere Ideen etwas in Gang setzen können auch wenn wir nicht die Mehrheit stellen.“ fasste Hans-Jürgen Rojahn am Ende zusammen.
Links wirkt!
Kommen wir nach der Wahl ins Gespräch. Wir freuen uns auf Sie/Euch!