Christian Vogt und Hofheims Finanzkrise: die ganze Chronik

Stand: 13. Oktober 2026

Als Christian Vogt (CDU) im September 2019 Bürgermeister von Hofheim am Taunus wurde, schrieb die Stadt schwarze Zahlen. Als seine Amtszeit sechs Jahre später endete, waren die Rücklagen aufgebraucht, die Stadtkasse tief im Minus und Rechnungen konnten nicht mehr pünktlich bezahlt werden. Heute zahlen alle in Hofheim dafür: mit einer Grundsteuer, die sich mehr als verdoppelt hat, mit höheren Gebühren und mit einer Stadt, die kaum noch investieren kann.

Dieser Artikel zeichnet die ganze Geschichte nach, von der Wahl 2019 bis zur Strafanzeige im Oktober 2026. Er stützt sich auf amtliche Dokumente der Stadt Hofheim: Haushaltsreden, Beschlüsse und Protokolle des Stadtparlaments, das Haushaltssicherungskonzept und den Bericht des Magistrats zur Finanzwirtschaft der Stadt. Alle Dokumente sind am Ende verlinkt.

Für Christian Vogt gilt in allen laufenden Verfahren die Unschuldsvermutung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer: Christian Vogt (CDU) war von September 2019 bis September 2025 Bürgermeister und Kämmerer von Hofheim.
  • Absturz: Nach drei Plusjahren folgten 2023 bis 2025 zusammen rund 28,2 Mio. Euro Fehlbetrag. Die Rücklagen von 9,64 Mio. Euro waren 2024 aufgebraucht.
  • Kredite: Kassenkredite stiegen von 0 (2023) auf 24,4 Mio. Euro (2025). Neue Investitionskredite gab es in dieser Zeit nicht.
  • Folgen: Grundsteuer B von rund 658 auf 1.545 Prozent, bis 2029 sind 2.450 Prozent geplant. Dazu höhere Gebühren und kein genehmigter Haushalt 2026.
  • Aufarbeitung: Prüfbitte für ein Disziplinarverfahren (April 2026), Akteneinsichtsausschuss (Juni 2026), Strafanzeige wegen Untreueverdachts (Oktober 2026).
Quellen: Bericht des Magistrats (STV2026/155), Haushaltssicherungskonzept 2026 bis 2029, Ratsinformationssystem Hofheim

Wer ist Christian Vogt?

Christian Vogt, geboren 1979 in Wiesbaden und aufgewachsen in Wallau, ist Jurist. Vor seiner Wahl arbeitete er unter anderem für die Kreisverwaltung des Main-Taunus-Kreises, die Stadt Rüsselsheim, das Hessische Wissenschaftsministerium und zuletzt als Referatsleiter in der Hessischen Staatskanzlei (Wikipedia).

In der Hofheimer Kommunalpolitik ist Vogt seit über 20 Jahren aktiv: ab 2001 im Ortsbeirat Wallau, von 2006 bis 2019 als Stadtverordneter, zuletzt als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses.

Bei der Bürgermeisterwahl 2019 kam Vogt im ersten Wahlgang auf 39,8 Prozent. Die Stichwahl am 7. April 2019 gewann er mit 58,3 Prozent gegen Bernhard Köppler (SPD) (hessenschau). Im September 2019 trat er sein Amt an, als Bürgermeister und zugleich als Kämmerer. Damit war er für die Finanzen der Stadt verantwortlich: für den Haushaltsplan, die Stadtkasse und die Kredite.

Stadtverordneter der Linken, Strafanzeige gegen Christian Vogt wegen Untreueverdachts.

Die Chronik: von schwarzen Zahlen zum Millionenloch

192019 bis 2022: Die Ausgangslage

Bei der Bürgermeisterwahl 2019 kam Christian Vogt im ersten Wahlgang auf 39,8 Prozent. Die Stichwahl am 7. April 2019 gewann er mit 58,3 Prozent gegen Bernhard Köppler (SPD). Im September 2019 trat er sein Amt an, als Bürgermeister und zugleich als Kämmerer.

In den ersten Jahren schien alles in Ordnung. Laut Bericht des Magistrats zur Finanzwirtschaft schloss die Stadt 2020, 2021 und 2022 jeweils mit einem Plus ab. Kassenkredite, also eine Art Dispo für die Stadt, brauchte Hofheim von 2021 bis 2023 überhaupt nicht.

Doch in dieser Zeit stiegen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Von 2021 bis 2025 wuchsen die laufenden Erträge der Stadt um 20,4 Prozent, die Aufwendungen aber um 35,6 Prozent. Diese Schere hat sich Jahr für Jahr weiter geöffnet.

232023: Das Versprechen

Am 18. Oktober 2023 brachte Vogt den Doppelhaushalt für 2024 und 2025 ins Stadtparlament ein. In seiner Haushaltsrede versprach er:

„Es gibt keine Nettoneuverschuldung. In diesem Jahr nicht. Und in den kommenden Jahren auch nicht.“

Grund- und Gewerbesteuer würden nicht erhöht. Und: „Wir tasten die Gebühren, Kindergarten, Friedhof, Abfall, nicht an.“ Das Stadtparlament beschloss den Haushalt im Dezember 2023 mit großer Mehrheit.

Im selben Jahr rutschte die Stadt zum ersten Mal ins Minus: 4,61 Millionen Euro.

242024: Die Rücklagen sind weg

2024 betrug das Minus schon 10,39 Millionen Euro. Um es auszugleichen, wurden die gesamten Rücklagen der Stadt verbraucht, 9,64 Millionen Euro. Danach gab es keinen Puffer mehr.

Bei einer Kassenprüfung im Mai und Juni 2024 lag die Stadtkasse noch bei rund minus 1,8 Millionen Euro, bis Ende Oktober 2024 waren es schon rund minus 15,3 Millionen Euro. Ende 2024 musste Hofheim zum ersten Mal Kassenkredite aufnehmen: 2,65 Millionen Euro.

252025: Wahljahr und Zahlungsprobleme

Das Jahr 2025 begann bereits mit einem Minus in der Kasse von rund 2,1 Millionen Euro. Laut Magistrat erreichte die Stadt das ganze Jahr über zu keinem Zeitpunkt einen positiven Kassenstand. Zahlreiche Rechnungen wurden erst sehr verspätet bezahlt (STV2025/203).

Am 13. Januar und am 21. März 2025 gingen laut Magistratsbericht Vermerke der Kämmerei an den Bürgermeister. Im Frühjahr 2025 konnten einzelne fällige Rechnungen an die Stadtwerke und an den Main-Taunus-Kreis nicht mehr pünktlich bezahlt werden. Im März 2025 nahmen die Stadtwerke Kassenkredite über 6 Millionen Euro auf, die die Revision des Kreises der Stadt als „inneres Darlehen“ zurechnete. Eine umfassende Unterrichtung des Stadtparlaments zur selben Zeit ist laut Magistratsbericht nicht nachgewiesen.

Mitten in diese Zeit fiel die Bürgermeisterwahl. Im ersten Wahlgang am 16. März 2025 lag Vogt mit 48,1 Prozent noch vorne. In der Stichwahl am 30. März 2025 gewann Wilhelm Schultze (Bürger für Hofheim) mit 58,5 zu 41,5 Prozent.

Der Kreditrahmen von 15 Millionen Euro war schon im ersten Halbjahr 2025 ausgeschöpft. Im Juni 2025 erhöhte ihn das Stadtparlament auf 25 Millionen Euro. Im Juli 2025 folgte ein Sparpaket über rund 1,74 Millionen Euro. Laut Magistrat lag es „deutlich unter der damals intern bezifferten Ergebnis- und Liquiditätsverschlechterung von rund 16,5 Mio. €“. Im September 2025 endete Vogts Amtszeit.

25Ende 2025: Das ganze Ausmaß wird sichtbar

Unter dem neuen Bürgermeister wurde öffentlich, wie ernst die Lage war. Anfang Dezember 2025 verhängte die Stadt eine Haushaltssperre. Bürgermeister Schultze sprach von einer „dramatischen Finanzsituation“. Für 2025 rechnete die Stadt mit 106 Millionen Euro Einnahmen bei 125 Millionen Euro Ausgaben. Der Kreditrahmen wurde auf 40 Millionen Euro erhöht.

Auch die Kommunalaufsicht verlangte Antworten. In einem Schreiben an den Magistrat, aus dem wir in unserer Anfrage zitiert haben, schrieb der Landrat, es sei „weiterhin nicht nachvollziehbar, weshalb die Stadt Hofheim in diese finanzielle Ausnahmesituation geraten ist. Ich bitte um Aufklärung“ (STV2026/125).

262026: Die Aufarbeitung beginnt

Im März 2026 beschloss das Stadtparlament ein Haushaltssicherungskonzept. Das muss eine Stadt aufstellen, wenn ihr Haushalt nicht ausgeglichen ist. Kern ist eine drastische Erhöhung der Grundsteuer B auf 1.545 Prozent.

Im April 2026 beschloss das Parlament auf Antrag der Linken, die zuständige Stelle um Prüfung eines Disziplinarverfahrens zu bitten. Im Juni 2026 wurde auf Verlangen der CDU ein Akteneinsichtsausschuss gebildet. Im September 2026 legte der Magistrat seinen Bericht zur Finanzwirtschaft seit 2020 vor. Und im Oktober 2026 erstattete Bernd Hausmann, ehemaliger Stadtverordneter der Linken, Strafanzeige gegen Christian Vogt wegen Untreueverdachts.

Die Zahlen auf einen Blick

Kennzahl Wert
Jahresergebnisse 2020 / 2021 / 2022+1,10 / +0,67 / +4,37 Mio. €
Jahresergebnisse 2023 / 2024 / 2025*−4,61 / −10,39 / −13,19 Mio. €
Rücklagen Ende 20239,64 Mio. €, 2024 aufgebraucht
Kassenkredite 2023 / 2024 / 20250 / 2,65 / 24,37 Mio. €
Investitionskredite 2023 / 2024 / 202554,90 / 54,70 / 54,38 Mio. €
Minus in der Stadtkasse, 31.07.2026rund 35,3 Mio. € (Rahmen: 40 Mio. €)
Kreis- und Schulumlage 2021 / 202534,00 / 46,91 Mio. €
Personalaufwand 2021 / 202520,12 / 26,85 Mio. €
Ordentliches Ergebnis 2025: geplant / erreicht*+1,13 / −17,29 Mio. €
Grundsteuer B 2025 / 2026 / 2029658 / 1.545 / 2.450 %

* 2025 vorläufig. Quellen: Bericht des Magistrats, STV2026/155; Grundsteuer: Haushaltssicherungskonzept 2026 bis 2029

Wo ist das Geld geblieben?

Das ist die Frage, die sich in Hofheim viele stellen. Wir haben sie dem Magistrat im Stadtparlament genau so gestellt (Anfrage STV2026/125). Die Antwort ist der Bericht des Magistrats zur Finanzwirtschaft. Er zeigt: Das Geld ist nicht verschwunden. Die Stadt hat über Jahre mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat, und die Lücke erst mit den Rücklagen und dann mit dem Dispo gestopft.

Mehr Umlage an den Kreis. Der größte einzelne Posten ist die Kreis- und Schulumlage, also das Geld, das Hofheim an den Main-Taunus-Kreis abgeben muss. Sie stieg von 34,00 Millionen Euro (2021) auf 46,91 Millionen Euro (2025). 2025 floss damit laut Magistrat „nahezu jeder zweite Euro“ der allgemeinen Deckungsmittel an den Kreis.

Steigende Kosten. Tarifabschlüsse, Inflation, Energiepreise und die Zinswende haben die Ausgaben aller Städte erhöht. Die Personalkosten der Stadt stiegen von 2021 bis 2025 von 20,12 auf 26,85 Millionen Euro. Für die städtischen Kitas musste Hofheim 2025 rund 16,52 Millionen Euro zuschießen, 2021 waren es noch 12,52 Millionen Euro.

Einnahmen nicht angepasst. Gleichzeitig blieben Einnahmen über Jahre unverändert. Bürgermeister Schultze nannte bei der Haushaltssperre etwa die lange nicht angepassten Wassergebühren und die Gewerbesteuer (hessenschau). Vogt hatte in seiner Haushaltsrede 2023 zugesagt, Steuern und Gebühren nicht anzutasten.

Planung und Wirklichkeit. 2025 war im Haushalt ein ordentliches Ergebnis von plus 1,13 Millionen Euro geplant. Vorläufig erreicht wurden minus 17,29 Millionen Euro, eine Abweichung von rund 18,41 Millionen Euro. Laut Magistrat bildeten die Planungsannahmen und die Vorhersagen im laufenden Jahr „die tatsächliche Entwicklung nur unzureichend“ ab.

Investitionen über den Dispo. Für Investitionen hat die Stadt in diesen Jahren keine neuen langfristigen Kredite aufgenommen. Die Investitionskredite blieben bei rund 54 bis 55 Millionen Euro, während die Kassenkredite von null auf über 24 Millionen Euro stiegen. Gleichzeitig räumt der Magistrat ein, dass „mehrere politisch besonders sichtbare Großprojekte nicht umgesetzt wurden“.

Aus unserer Sicht zeigt das: Äußere Belastungen gab es für alle Städte in Hessen. Dass Hofheim so tief ins Minus gerutscht ist, hat auch mit Entscheidungen in der Stadt zu tun, mit Planung und Steuerung. Dafür trug der Kämmerer die Verantwortung.

Was die Prüfberichte feststellen

Der Revisionsbericht des Main-Taunus-Kreises

Die Revision des Main-Taunus-Kreises hat die Finanzen der Stadt geprüft und im März 2026 einen Bericht vorgelegt. Auf dieser Grundlage haben wir im April 2026 beantragt, ein Disziplinarverfahren gegen Vogt einzuleiten (STV2026/035).

Das Stadtparlament hat am 22. April 2026 mit 28 zu 17 Stimmen beschlossen, die zuständige Stelle um Prüfung zu bitten, „ob die im endgültigen Revisionsbericht des Main-Taunus-Kreises dargestellten Sachverhalte Anlass zu einer disziplinarrechtlichen Befassung gegenüber dem ehemaligen Bürgermeister geben“. Die dafür nötige Mehrheit wurde laut Protokoll erreicht. Wie die Prüfung ausgeht, ist offen.

Der Bericht des Magistrats

Im September 2026 legte der Magistrat seinen 30-seitigen Bericht zur Finanzwirtschaft seit 2020 vor. Er hält unter anderem fest:

  • Die Kassenkredite sind von null auf über 24 Millionen Euro gestiegen.
  • Im Frühjahr 2025 konnten einzelne fällige Rechnungen an Stadtwerke und Kreis nicht pünktlich bezahlt werden.
  • Eine umfassende Unterrichtung des Stadtparlaments zur selben Zeit ist nicht nachgewiesen.
  • Die verspätete Berichterstattung hat die Krise zwar nicht verursacht, aber die Möglichkeit des Stadtparlaments beeinträchtigt, „die Entwicklung frühzeitig als zusammenhängendes Problem zu erkennen“.

Zur persönlichen Verantwortung schreibt der Bericht: Die Vermerke der Kämmerei waren an den Bürgermeister adressiert, der Weiterleitungsweg ist belegt, die „persönliche Kenntnisnahme“ ist aber „nicht lückenlos dokumentiert“. Eine individuelle Kenntnis lasse sich daher nicht abschließend feststellen.

Wir sehen das anders. Wenn an der Spitze einer Verwaltung nicht nachvollziehbar ist, ob Warnungen zur Finanzlage gelesen wurden, ist das aus unserer Sicht kein Freispruch, sondern selbst ein Problem. Dazu kommt: Der Bericht stammt vom Magistrat, also von der Verwaltung, die hier ihre eigene Spitze bewertet. Eine unabhängige Prüfung ist er nicht.

Was die Finanzkrise für die Menschen in Hofheim bedeutet

Grundsteuer. Die deutlichste Folge spürt jede Person in Hofheim: Die Grundsteuer B steigt laut Haushaltssicherungskonzept von rund 658 Prozent (2025) auf 1.545 Prozent (2026). Für 2027 sind 2.250 Prozent vorgesehen, für 2029 dann 2.450 Prozent. Die Grundsteuer zahlen nicht nur Hausbesitzer*innen. Sie landet über die Nebenkosten auch bei allen Mieter*innen.

Gebühren. Seit Herbst 2026 steigen laut Stadt Gebühren und Preise unter anderem für die Stadtbücherei, das Stadtmuseum, die Verpflegung in den städtischen Kitas, die Märkte und die Hundesteuer.

Kein genehmigter Haushalt. Für 2026 hat Hofheim bis heute keinen genehmigten Haushalt. Die Stadt arbeitet in der sogenannten vorläufigen Haushaltsführung und darf im Wesentlichen nur Ausgaben tätigen, zu denen sie verpflichtet ist oder die nicht aufgeschoben werden können.

Kaum Spielraum. Für neue Investitionen ist kaum Geld da, und freiwillige Leistungen für Kultur, Sport und Vereine stehen unter Druck. Wir lehnen es ab, die Kosten der Krise bei Mieter*innen, Familien und Vereinen abzuladen. Deshalb haben wir uns gegen die Grundsteuererhöhung, gegen höhere Kita-Gebühren und gegen Kürzungen bei der Vereinsförderung ausgesprochen.

Was die anderen sagen

Eine öffentliche Stellungnahme von Christian Vogt zu den Prüfberichten, zum Disziplinarverfahren oder zur Strafanzeige ist bisher nicht bekannt.

Die CDU Hofheim sieht die Ursachen vor allem außerhalb des Rathauses (Stellungnahme der CDU Hofheim). Sie verweist auf Energiekrise, Inflation, Tarifsteigerungen, Zinswende, die höhere Kreisumlage, geringere Zuweisungen vom Land und die Unterbringung geflüchteter und obdachloser Menschen. Sie beruft sich auf den Magistratsbericht, nach dem sich keine persönliche Verantwortung des früheren Bürgermeisters ableiten lasse. Die CDU räumt allerdings ein, dass die Information über die Finanzlage spät kam.

Diese äußeren Faktoren gibt es, und sie gehören zur Wahrheit dazu. Sie erklären aus unserer Sicht aber nicht, warum Hofheim so tief ins Minus gerutscht ist. Und sie erklären nicht, warum noch im Oktober 2023 versprochen wurde, dass es keine neuen Schulden und keine höheren Steuern und Gebühren geben werde.

Was Die Linke unternommen hat

Die Linke in Hofheim drängt seit Monaten auf Aufklärung. Im Stadtparlament haben wir:

  • eine Prüfbitte für ein Disziplinarverfahren gegen Christian Vogt durchgesetzt, beschlossen am 22. April 2026 mit 28 zu 17 Stimmen (STV2026/035, mehr dazu)
  • die Vorlage aller Kassenprüfberichte der Kreisrevision seit 2024 erreicht, einstimmig beschlossen am 22. April 2026 (STV2026/032)
  • mit unserer Anfrage „Wo ist das viele Geld geblieben?“ die Analyse der Finanzwirtschaft durch den Magistrat angestoßen (STV2026/125)
  • gegen die Entlastung des Magistrats für das Jahr 2023 gestimmt, am 30. September 2026, beschlossen mit 42 zu 2 Stimmen (STV2026/146)

Im Oktober 2026 hat Bernd Hausmann, ehemaliger Stadtverordneter der Linken, außerdem Strafanzeige gegen Christian Vogt und weitere Verantwortliche wegen Untreueverdachts erstattet. Alles dazu liest du hier: Strafanzeige gegen Christian Vogt: Was dem Ex-Bürgermeister von Hofheim vorgeworfen wird.

Für uns ist klar: Christian Vogt war als Bürgermeister und Kämmerer für die Finanzen der Stadt verantwortlich, und dieser Verantwortung muss er sich stellen. Aus unserer Sicht reicht die Verantwortung aber über ihn hinaus. Auch Magistrat und Kommunalaufsicht müssen sich fragen lassen, warum niemand früher eingegriffen hat. Die Menschen in Hofheim, die jetzt mehr Grundsteuer und höhere Gebühren zahlen, haben ein Recht darauf zu erfahren, wie es so weit kommen konnte.

Wie es weitergeht

Seit September 2026
Unsere Anfrage im Parlament

Die Antwort des Magistrats auf „Wo ist das viele Geld geblieben?“ wurde im Stadtparlament noch nicht beraten und geht in den Finanzausschuss (STV2026/125).

Beratung steht aus
Seit Oktober 2026
Strafanzeige

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft, ob es einen Anfangsverdacht gibt. Nur dann leitet sie ein Ermittlungsverfahren ein (mehr dazu).

Prüfung läuft
Als Nächstes
Haushalt

Für 2026 gibt es keinen genehmigten Haushalt. Wir haben beantragt, dass sich die Verwaltung gleich auf den Haushalt 2027 konzentriert (STV2026/164).

Entscheidung offen
Erst ab April 2027
Akteneinsichtsausschuss

Im Juni 2026 eingesetzt, die Aufgabe übernimmt der Finanzausschuss. Die Akten sollen erst bis Ende März 2027 bereitstehen, weitere Termine sind für April 2027 vorgesehen (Protokoll vom 09.09.2026).

Wartet auf die Akten

Über jeden neuen Schritt berichten wir in eigenen Artikeln unter Hofheim aktuell.

Häufige Fragen zu Christian Vogt und Hofheims Finanzen

Wie hoch sind die Schulden der Stadt Hofheim?

Laut Magistrat hatte die Stadt Ende 2025 direkte Kreditschulden von rund 83,8 Millionen Euro. Davon waren rund 54,4 Millionen Euro langfristige Investitionskredite und rund 24,4 Millionen Euro Kassenkredite. Ende Juli 2026 lag die Stadtkasse rund 35,3 Millionen Euro im Minus, bei einem genehmigten Kreditrahmen von 40 Millionen Euro.

Warum ist die Grundsteuer in Hofheim so stark gestiegen?

Weil die Stadt ihren Haushalt nicht mehr ausgleichen kann. Wer keinen ausgeglichenen Haushalt hat, muss ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen und zeigen, wie er wieder ins Plus kommt. In Hofheim setzt dieses Konzept vor allem auf die Grundsteuer B, die bis 2029 schrittweise auf 2.450 Prozent steigen soll.

Hat sich Christian Vogt persönlich bereichert?

Dafür gibt es in keiner uns bekannten Quelle einen Hinweis. Es geht um die Haushaltsführung: wie die Stadt ihre Ausgaben finanziert hat und ob Stadtparlament und Aufsicht rechtzeitig informiert wurden.

Wurde Christian Vogt verklagt?

Nein. Bernd Hausmann hat eine Strafanzeige erstattet. Damit bittet er die Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob eine Straftat vorliegt. Eine Klage oder Anklage ist das nicht. Mehr zur Strafanzeige

Wer ist heute Bürgermeister von Hofheim?

Seit September 2025 ist Wilhelm Schultze (Bürger für Hofheim) Bürgermeister von Hofheim am Taunus.

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