Links wirkt: Eschborn öffnet den Weg für Baumurnengräber ohne Metallröhren

Neben den klassischen Bestattungsformen für Urnen in Gräbern und Urnenwänden stehen in Eschborn seit einigen Jahren auch „Baumurnengräber“ zur Verfügung. Diese Bestattungsform kommt der immer stärker nachgefragten Bestattung in Bestattungswäldern nahe, unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt: Die Urnen werden nicht direkt in der Erde, sondern in Röhren bestattet, die zudem mit einem Metalldeckel verschlossen sind.

Viele Menschen entscheiden sich aber für ein Baumurnengrab aus dem Wunsch heraus, dass ihre Asche Teil des natürlichen Kreislaufs wird und dass sie zumindest im übertragenen Sinne im Baum oder der Baumgruppe weiterleben. Ein starres Röhrensystem mit Metalldeckel verhindert diesen Prozess. Es wirkt wie eine Barriere zwischen Mensch und Natur. Wer sich für einen Baum entscheidet, möchte deshalb oft keine Metallröhre.

In der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hat nun die Stadtverwaltung Mittel beantragt, um neben zusätzlichen Urnenwänden auch weitere Baumurnengräber in Röhren zu errichten. DIE LINKE hat daraufhin den Änderungsantrag gestellt, zu prüfen, wann und wo in Eschborn Baumurnengräber ohne Röhrensystem angeboten werden können, damit die Asche der Verstorbenen tatsächlich in den natürlichen Kreislauf übergehen kann. Erfreulicherweise haben sich nach der Diskussion in den Ausschüssen auch alle anderen Fraktionen diesem Vorschlag angeschlossen und die entsprechend geänderte Vorlage einstimmig beschlossen. Damit wird den Menschen eine Wahlmöglichkeit gegeben, die ihren ökologischen Überzeugungen und spirituellen Wünschen entspricht. Damit entsteht auf den Eschborner Friedhöfen hoffentlich zeitnah ein Angebot, das den Namen „Baumbestattung“ wirklich verdient: naturnah, nachhaltig und ohne unnötige Barrieren.