Ein Stolperstein für Karl Schuhmann

Unsere Linke-Fraktion in der Hofheimer Stadtverordnetenversammlung hat heute einen Antrag zur Ehrung des NS-Widerstandskämpfers Karl Schuhmann eingebracht.

„Karl Schuhmann entstammte einer Höchster Arbeiterfamilie. Sein Vater Karl Friedrich war ab 1900 in der SPD aktiv und wurde von den Farbwerken Höchst entlassen, weil er im Betrieb für die sozialdemokratische „Volksstimme“ geworben hatte. Karl Schuhmann wurde nach der Volksschule in Höchst zum Metallformer ausgebildet und 1918 noch zum Militär eingezogen. In der Zeit der Weimarer Republik und bis 1936 war er mehrfach arbeitslos. Er und sein Bruder Friedrich wurden in der KPD aktiv. Karl kam durch seine Heirat 1925 nach Hofheim und betätigte sich dort auch im „Radfahrer-Verein Solidarität Hofheim“ und beim Arbeiter-Samariter-Bund.   

Bei der Kommunalwahl am 12. März 1933 kandidierte er in Hofheim auf Listenplatz 1 für die KPD. Schon im Vorfeld der Wahl wurde er am 4. März 1933 von den Nazis für mehrere Tage in Schutzhaft genommen, weil er kommunistische Flugblätter verteilt haben sollte, was damals schon verboten war. Bei der Wahl erreichte die KPD 164 von insgesamt 1.058 Stimmen und hätte damit eines von 16 Stadtverordnetenmandaten gewonnen. Da die KPD jedoch am 8. März 1933 ihre bei der Reichstagswahl am 5. März gewonnenen Mandate unter Berufung auf die sogenannte „Reichstagsbrandverordnung“ vom 28. Februar 1933 aberkannt bekommen hatte, wurde bei den Kommunalwahlen sinngemäß verfahren und die für die KPD abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt. Dadurch verlor auch Karl Schuhmann sein Mandat und wurde zur konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 31. März 1933 nicht eingeladen.

Karl Schuhmann wurde 1935 wegen politischer Aktivitäten verdächtigt und kam vom 8. 2. bis 31. 5. 1935 in Frankfurt und Kassel in Untersuchungshaft. Man konnte ihm aber damals noch nichts nachweisen. Am 6. 12. 1936 wurde er in Höchst an seinem Arbeitsplatz erneut verhaftet. Er wurde verdächtigt, seit 1933 den illegalen Wiederaufbau der KPD-Ortsgruppe Hofheim organisiert zu haben. Bis Februar 1937 wurden in Hofheim außer ihm noch 10 weitere frühere KPD-Mitglieder verhaftet und später mit Gefängnis oder Zuchthaus bestraft. Als Hauptbeschuldigter wurde Karl Schuhmann am 12. 5. 1937 vom Oberlandesgericht Kassel wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.  … Insgesamt hat Karl Schuhmann … in den gut zwölf Jahren der Nazi-Zeit etwa acht Jahre und neun Monate in Untersuchungshaft, im Zuchthaus und im KZ zubringen müssen.“ 

Quelle: Historisches Hofheim